top of page
03_Foto-Madeleine-Rothen-und-Jonas-Rutishauser.jpg

Das Ärztepaar Madeleine Rothen & Jonas Rutishauser

«Es geht nicht darum, altes Material günstig abzugeben»

Lesen Sie im Interview mit dem erfahrenen Ärztepaar Madeleine Rothen und Jonas Rutishauser, was sie zu ihrem Engagement für Swiss for Ukraine bewegt und welche Erfahrungen und Überzeugungen sie dabei leiten.

Ihr blickt auf jahrzehntelange Erfahrung in der Medizin zurück: Was hat euch bewogen, eure Expertise bei Swiss for Ukraine einzusetzen?

Wir haben kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine eine geflüchtete Frau in unser Haus aufgenommen und während etwa 3 Jahren begleitet, bis sie eine eigene Wohnung übernehmen konnte. Danach wollten wir uns weiterhin für die ukrainische Sache engagieren. Auf Swiss for Ukraine sind wir über einen Zeitungsartikel gestossen, wo das Projekt mit dem mobilen Kindergartenbus vorgestellt wurde. Nach unserem Beitritt in den Verein lernten wir im Frühjahr 2026 Alexander Lüchinger und sein Team von S4U an der Jahresversammlung in Küsnacht kennen. Wir boten unsere Hilfe an, falls künftig Projekte im medizinischen Bereich geplant würden, zum Beispiel mit mobilen Arztpraxen. Ein solches Projekt ist nun in Planung.

​

Swiss for Ukraine leistet Hilfe für die Zivilbevölkerung, auch in medizinischen Bereichen. Mit eurer langjährigen Erfahrung wisst ihr, was eine gute medizinische Versorgung ausmacht. Wo muss man in diesen Bereichen Kompromisse eingehen und wo darf man auf keinen Fall Abstriche machen?

Vor Ort sind engagierte, professionelle und hochmotivierte Menschen im Einsatz; wenn wir Hilfe leisten wollen, müssen wir ihnen primär gut zuhören und Ihre Bedürfnisse kennen. Danach gilt es, massgeschneiderte Unterstützung zu leisten. Es geht nicht darum, altes Material günstig abzugeben, sondern die richtigen Instrumente und Geräte bei uns oder in der Ukraine zu finden und zum Einsatz zu bringen. Dabei können gebrauchte Dinge zu neuem Leben erwachen, wie eben ein Schweizer Personenbus, der in eine mobile Praxis umgebaut wird. Oder kürzlich wurde die ganze Einrichtung einer Physiotherapiepraxis in die Ukraine transportiert, wo sie jetzt gute Dienste tut. Geräte und Material müssen in gutem Zustand sein und vor allen Dingen muss gewährleistet sein, dass diese vor Ort gewartet und ggf. repariert werden können, und dass Ersatzteile zu bezahlbaren Preisen verfügbar sind. Wir haben auch Grenzen des Möglichen kennengelernt. So hätte zum Beispiel eine Röntgenanlage aus einer aufgelösten Arztpraxis gratis abgegeben werden können. Dieses Vorhaben erwies sich als unrealistisch, da die Geräte für Transport und mobilen Einsatz zu diffizil sind, aber auch weil die Hürden für die Zertifizierung in der Ukraine zu hoch waren.

​

Was möchtet ihr unseren Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben, die überlegen, sich ebenfalls für Swiss for Ukraine zu engagieren?

Der Verein engagiert sich vielfältig und gibt uns in der Schweiz die Möglichkeit, einen kleinen Beitrag zur Linderung der menschlichen und materiellen Not in der Ukraine zu leisten, sodass wir nicht bloss hilflos die schlimmen Nachrichten hören müssen. Einbringen von Know-how, praktische Arbeit für die Vorbereitung von Transporten, aber auch finanzielle Unterstützung der Arbeit sind Möglichkeiten, etwas Konkretes zu tun.

Dr. med. Madeleine Rothen ist Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Infektiologie. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in Praxis und Spital und ist heute als Hausärztin und Infektiologin in Basel tätig.

​

Prof. Dr. med. Jonas Rutishauser ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Endokrinologie und Diabetologie Er war Chefarzt am Spitalzentrum Biel und danach am Bruderholzspital und ist seit 8 Jahren ärztlicher Leiter der Clinical Trial Unit am Kantonsspital Baden.

Ariane Rihm Tamm.jpg

Ariane Rihm

Vorstandsmitglied Swiss for Ukraine

Das Interview führte

Helfen Sie uns

Werden Sie Mitglied!

Unterstützen Sie uns und dadurch auch die Ukraine mit Ihrer Mitgliedschaft.

Spenden Sie!

Ihre Spende kommt direkt der Zivilbevölkerung in der Ukraine zu Gute. 

Arbeiten Sie mit!

Wir brauchen viele Freiwillige, um unsere Ziele zu erreichen.
 

bottom of page